ÜBER MICH
Mein Name ist Irnes Alic,
Für wen ich da bin
Zu mir kommen Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen. Manche stecken in einer akuten Krise. Andere spüren eine diffuse Leere, eine Erschöpfung, die sich nicht erklären lässt. Wieder andere bemerken, dass sie immer wieder in dieselben Konflikte geraten – mit Partnern, im Beruf, mit sich selbst – und ahnen, dass dahinter mehr liegt als die jeweilige Situation.
Häufig ist es das Gefühl, innerlich blockiert zu sein. Oder die leise Ahnung, im eigenen Leben nicht ganz präsent zu sein.
Was Therapie sein kann
Viele Menschen tragen innere Räume in sich, die sie lieber geschlossen halten. Dort liegt etwas, das einmal zu schwer war, um es allein anzuschauen – eine alte Verletzung, ein überwältigendes Gefühl, eine Erfahrung, die nie verarbeitet werden konnte. Wir gehen um diese Räume herum und leben in den anderen Zimmern unseres Lebens. Doch ein Teil von uns weiss immer, dass sie da sind. Und das kostet Kraft – oft mehr, als uns bewusst ist.
In der Therapie öffnen wir solche Räume gemeinsam. Nicht, um dich dem Chaos auszusetzen, sondern um behutsam aufzuräumen. Stück für Stück. In deinem Tempo. Mit jemandem, der mit dir hinschaut und dabei bleibt.
Am Ende ist aus dem verschlossenen Zimmer ein Raum geworden, den du wieder betreten kannst – ohne Angst. Das Zimmer bleibt Teil deines Hauses. Aber es bestimmt dich nicht mehr.
Mein Weg
Ich wurde 1988 in Bosnien geboren und lebe seit meinem vierten Lebensjahr in der Schweiz. Diese frühe Migration hat mich geprägt – nicht nur durch den äusseren Umbruch, sondern durch die Fragen, die sie hinterliess: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Was gibt Halt? Das Leben zwischen zwei Kulturen hat mich früh dafür sensibilisiert, was in Menschen vorgeht – ihre Sehnsüchte, ihre Verletzungen, ihre Fähigkeit zur Entwicklung.
Beruflich begann ich in der Pflege. In der Begleitung von Menschen in oft sehr verletzlichen Situationen wurde mir bewusst, wie eng Körper und Seele zusammenhängen – wie stark sich emotionale Konflikte und ungelöste Traumata auf das körperliche Befinden auswirken. Das weckte den Wunsch, tiefer zu verstehen, statt nur zu begleiten.
So kam ich zur Individualpsychologie. Sie hat mich sofort angesprochen, weil sie den Menschen nicht als Träger eines Problems sieht, sondern als schöpferisches Wesen mit einer eigenen Lebenslogik. Jeder Mensch strebt nach Zugehörigkeit, Sinn und Wirksamkeit – oft auf Wegen, die ihm selbst nicht bewusst sind. In meiner Arbeit geht es darum, diese inneren Logiken sichtbar zu machen, zu verstehen, woher sie kommen, und zu erkunden, welche Alternativen heute möglich sind.
Ergänzend habe ich in München eine Ausbildung in EMDR-Traumatherapie abgeschlossen. EMDR setze ich dann ein, wenn Worte allein nicht mehr ausreichen – bei traumatischen Erlebnissen, alten emotionalen Wunden oder sich wiederholenden Mustern, die sich tief ins Nervensystem eingeprägt haben.
Meine Haltung
Ich glaube, dass du selbst am besten weisst, was in deinem Leben stimmt und was nicht – auch wenn der innere Kompass gerade nicht erreichbar scheint. Meine Aufgabe ist nicht, dir zu sagen, wer du sein sollst, sondern mit dir gemeinsam hinzuschauen, was da ist.
Manchmal heisst das, geduldig zuzuhören. Manchmal, eine Frage zu stellen, die unbequem ist. Manchmal, einfach im Schweigen zu bleiben, bis das Wesentliche auftauchen kann. Ich arbeite nicht mit Druck oder Bewertung, sondern mit Aufmerksamkeit – und mit dem Vertrauen, dass Veränderung dort beginnt, wo etwas wirklich verstanden wird.